2000 – Trainieren mit dem Weltmeister Michaèl Milon

Das Leben ist lernen. Und wer nicht auf der Stelle treten will muß ständig dazulernen, denn Sensei Funakoshi hat einmal gesagt: „ Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.“ Immer weiter muß man seine Entwicklung betreiben. So geht es auch im Sport und besonderen Wert auf die Entwicklung von Körper und Geist legt man im Kampfsport. Unmerklich ist diese Entwicklung in den ersten Jahren der Lernphase in der Unterstufe und Mittelstufe, bis etwas Blaugurt. Je nach Alter des Sportlers und dessen Verständnis für das Eigentliche wird diese Entwicklung beschleunigt oder nicht. Um zu lernen, sich zu entwickeln, zu trainieren, etwas zu erleben und und und… besuchten fünf Karatekas aus Steinbach an dem Wochenende vom 18. –19. 11. 2000 einen Lehrgang in Bettembourg/Luxemburg. Wer könnte einem mehr vermitteln als der amtierende dreifache Weltmeister in Kata?

 

Genau, Michaèl Milon, Seineszeichen französischer Nationaltrainer und dieses Jahr zum dritten mal nach 1994 und 1996, Karateweltmeister. Der Karateklub Bettembourg organisierte diesen Lehrgang der am Samstag mit einer Trainingseinheit startete und Sonntags mit weiteren Einheiten weiter ging. Je Einheit erklärte Michaèl eine Kata im Ablauf und in der Anwendung. Kata ist die Bezeichnung von der Aneinanderreihung von Techniken, um diese zu trainieren. Im alten Ostasien waren früher Waffen und Kampfkünste verboten worden, da sich die Herrscher vor der Macht des Volkes fürchteten. Um jedoch die Kampfkunst unauffällig zu trainieren, entwickelte man die Kata. Alleine, d.h. gegen imaginäre, nur in der Vorstellung existierende Gegner, wurden die einzelne Katas trainiert. Für die Herrscher sah dies aus wie Ballet. So konnten die Kampfkünste überliefert und weiterentwickelt werden. Heute ist die Kata die Perfektion des Sportes Karate. Exakte Techniken in einer an Höchstmaß von Konzentration und Kime vorgeführt verleihen dem Kämpfer die Möglichkeit, Körper und Geist zu trainieren und im realen Kampf anzuwenden. Kata ist Kampf, auch wenn erstmals keine Gegner zu sehen sind. Die Perfektion erreicht man nur durch Geduld und viel Training. Solche Lehrgänge sind besondere Möglichkeiten über den Tellerrand zu schauen und aus erster Hand zu lernen. Die beiden Trainer Lothar Bech und Bernd Busch, beide Träger des schwarzen Gürtels, die Co-Trainerin Ursula Hans und zwei begeisterte Karatekas, Georg Weiland und Jaqueline Steffen, fuhren nach Luxemburg und stellten sich der Ausbildung von Michaèl Milon. Mit den eigenen Pkws reiste man am Samstag an und belegte die reservierten Zimmer im Re`ser Stuff in Röser bei Bettembourg. Sehr anstrengend war der erste Teil der Veranstaltung. Abgekämpft und etwas müde ging man am Abend essen und unterhielt sich noch über das Erlernte. Am nächsten Tag besuchten man die restlichen Veranstaltungen und fuhr am Abend wieder in die Heimat zurück. Der Weltmeister Michaèl Milon vermittelte die Katas „Kanku sho“, „Bassai dai“ und „Empi“. Alle drei Katas gehören zu den hohen Katas und sind alle geeignet als Prüfungskata zum schwarzen Gürtel. Mit seiner eigenen Art in Sequenzen den Ablauf zu vermitteln und mit der weltmeisterlichen Art den Sinn jeder Technik zu erklären und vor allem zu zeigen trug dazu bei, das die fünf steinbacher Karatekas nicht nur einen super Eindruck mitnahmen sondern auch viel gelernt haben. Solche Lehrgänge finden jedes Jahr in vielen Orten und in näherer Umgebung statt. Die Teilnahme an solchen Lehrgängen sollte sich jeder Karateka schon früh zur Pflicht machen. Für die Schwarzgurtträger ist die Teilnahme eigentlich Selbstverständlich. Mit den gewonnenen Eindrücken und neuen Kenntnissen kehren die Trainer und Sportler nun wieder in den Heimatverein heim und können darauf aufbauend ihr Training fortführen.

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