„Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns!“

Jede von uns, kennt wahrscheinlich die Situation, belästigt zu werden, sei es in der Disko, oder auf der Straße, oder vielleicht auch in Bus oder Bahn. Alltägliche Situationen, die auch schnell mal eskalieren können, weil es immer wieder Männer (oder Frauen) gibt, die ein „Lass mich bitte in Ruhe!“ oder ein einfaches „Nein“ nicht verstehen. Ich denke da auch an Häusliche Gewalt, die ja heutzutage immer noch ein großes Problem ist.

Meistens, können wir uns aus solchen Situationen einfach wieder lösen, nur was wäre, wenn die Person gegenüber nicht locker lassen würde und Gewalt anwenden würde? Wüsstet ihr instinktiv was zu tun wäre? Klar, der erste Gedanke ist, man schlägt um sich, versucht gewisse Körperstellen zu treffen, in der Hoffnung sich befreien zu können. Was wenn das alles aber nicht hilft? Da ist es schon gut, gewisse Tricks zu kennen, die einem im äußersten Notfall, vielleicht sogar das Leben retten könnten.

Man darf nicht mit dem Gedanken herum laufen, dass einem so etwas nie passieren könnte. Sicher darf man auch nicht, mit der Angst umher laufen, dass an jeder Ecke, ein fieser Kerl auf uns warten könnte. Erstes Gebot: immer selbstbewusst sein, denn wer sich als Opfer verhält, wird auch schnell zu einem!

Da es auch leider immer noch so ist, dass Frauen meistens Opfer von Gewalt werden, hat der Deutsche Olympische Sportbund 2008 die Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns!“ ins Leben gerufen und Kampfsportvereine aufgerufen, jedes Jahr einen kostenlosen Schnupperkurs in Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen anzubieten.

Im April 2014 war der Karate Dojo Steinbach wieder mit dabei, und ich dachte mir, es könne wahrlich nichts schaden, auch mal mitzumachen.

Ich war zuerst erschrocken, denn die Anzahl der Teilnehmerinnen, war bedauerlicherweise sehr überschaubar. Schade, denn ich bin der Meinung, gerade Frauen sollten lernen sich zu wehren. Nun denn…

Zur Einleitung, wurde uns vor Augen geführt, wie schnell man im Ernstfall reagieren muss. So hat man, zum Beispiel, wenn man von vorne am Hals festgehalten wird, maximal 3 Sekunden Zeit, um sich aus dem Würgegriff zu befreien, bevor man in Ohnmacht fällt. Hättet ihr das gewusst? Ich jedenfalls nicht. Was also tun in einem solchen, ja schon extremen, Fall? Nun da gibt es einen kleinen simplen Trick: man nimmt Zeigefinger und Mittelfinger, und rammt sie mit voller Wucht dem Angreifer in den Kehlkopf. Das sollte zumindest Zeit verschaffen, aus dem Griff rauszukommen. Was aber tun, wenn der Angreifer von hinten zudrückt? Man könnte versuchen mit dem Kopf nach hinten zu schlagen, oder mit den Beinen zu treten. Wenn das aber nicht sofort funktioniert, hat man ein riesen Problem. Also, besser ist es, einen Arm nach oben zu heben und sich aus dem Griff herauszudrehen. (rechter Arm oben, nach rechts drehen, linker Arm oben, nach links drehen). Gleichzeitig versuchen den Arm des Gegners festzuhalten, und dann am besten unter die Nase schlagen oder zwischen die Beine, oder wo immer es auch weh tun könnte, und nichts wie weg!

Wird man zum Beispiel am Arm festgehalten, hilft es schon das Handgelenk von innen nach aussen zu drehen und mit der anderen Hand nachzuhelfen. Zuvor kann man dem Gegner vielleicht noch schön mal an den Kopf schlagen, das irritiert ihn sicherlich, und man kommt schneller frei. Hilfreich bei ganz hartnäckigen, man verdreht ihm den Arm sodass der Ellebogen nach oben zeigt, und drückt mit dem Freien Arm seinen Unterarm nach unten.

Eine andere Variante des Angriffs, wäre, von Hinten festgehalten zu werden. Kommt ihr an die Finger des Angreifers ran, dann solltet ihr euch entweder seinen kleinen Finger oder den Daumen vornehmen. Das sind die schmerzempfindlichsten. Und bloß, keine Hemmungen, euer Angreifer hat auch keine!

Hält er euch von vorne (stellt euch eine schmerzhafte Umarmung vor) dann, könnt ihr ihm zum Beispiel, wenn ihr rankommt, ins Ohr beissen, oder mit den Händen versuchen vorhandene Haare am Hinterkopf zu greifen und nach unten ziehen. Und wenn das alles nicht funktionniert, weil er vielleicht zu groß ist oder zu kurze Haare hat, dann kann ein Knietritt in die Körpermitte auch Erfolg erzielen.

Eine letzte Situation möchte ich euch noch schildern, und zwar, die wenn man in den Schwitzkasten genommen wird. Auch wenn es heißt, „wer in diese Situation gerät, ist selber Schuld“, kann es einfach auch vorkommen. Merkt man es rechtzeitig, kann man versuchen sich schon früh aus dem Griff heraus zu drehen. Klappt das aber nicht, sollte man versuchen, den Kopf in Richtung Körper des Angreifers zu drehen, Mund auf, und feste zubeißen, sobald man an den Körper rankommt. Hilft dies aber auch nicht, gibt es noch verschiedene Techniken, wie man den Gegner zu Boden stürzen kann. Allerdings sind diese Methoden schwierig zu beschreiben. Von daher, rate ich euch, wenn ihr die Möglichkeit habt, einen solchen Kurs mitzumachen, dann nimmt das Angebot an!

Zu guter letzt, möchte ich auch noch betonen, dass diese Tipps keine Patentrezepte sind. Man weiß nie, wie sich eine Situation entwickelt, und in welche missliche Lage man gerät. Wichtig ist es zu wissen, dass es gewisse Tricks gibt, die man anwenden kann, und die auch sehr erfolgreiche sein können. Habt ihr zum Beispiel eine Deo Dose in der Handtasche, dann nutzt sie, wenn es geht, sprüht dem Angreifer die Augen voll. Habt ihr einen Stift, dann könnt ihr den auch zur Verteidigung einsetzten, indem ihr ihn dem Gegenüber einfach überall hin sticht wo ihr hinkommt. Versucht es einfach mal zuhause, das kann schon weh tun. Überhaupt, jeder Gegenstand den ihr bei euch habt, kann euch helfen, euch zu verteidigen. Wichtig ist es auch zu wissen, dass die Nase eine der empfindlichsten Stellen des Körpers ist, oder der Kehlkopf, oder auch die Augen. Und nochmals, bitte keine Hemmungen! Schlagt unter die Nase, steckt ihm eure Finger ins Auge, oder wie schon erwähnt mit zwei Fingern in den Kehlkopf drücken!

Ich wünsche euch, und mir auch, nie in solch eine schlimme Lage zu geraten. Aber falls doch, dann sollten wir zumindest versuchen uns zu wehren. Und was ich auch sehr wichtig finde, sieht man andere in Gefahr, dann bitte helfen und nicht wegschauen. Auch für solche Situationen bekommt man Tipps.

 

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